FAQ – Lektorat und Korrektorat

Worin besteht der Unterschied zwischen einem Lektorat und einem Korrektorat?

Wenn ich dein Manuskript lektoriere, ist es anschließend noch nicht durchkorrigiert. Genauso wenig enthält ein Korrektorat Lektoratsleistungen.

Sofern du dich für beides entschieden hast, findet ein Korrektorat immer erst nach dem Lektorat statt. Bei einem Korrektorat beseitige ich die Fehler im Text, die allein Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion betreffen. Auch Hinweise zum sprachlichen Ausdruck sind möglich, zum Beispiel bei der falschen Verwendung eines Wortes oder häufigen Wiederholungen.

Das Lektorat teilt sich in zwei Durchgänge. Im ersten Durchgang geht es um inhaltliche Fragen, zum Beispiel:

  • Ist die Handlung verständlich dargestellt, sodass Leser*innen gut folgen können?
  • Ist ein Spannungsbogen vorhanden, wie baut sich dieser auf und wie kann er noch optimiert werden?
  • Gibt es Fehler in Logik oder Kohärenz, also werden beispielsweise an einer Stelle die Augen als grün und an der nächsten als braun bezeichnet?
  • Stimmen Verhalten und Äußerungen der Figuren überein? Wie sind sie charakterisiert und können sich Leser*innen gut mit ihnen identifizieren?
  • Entwickeln sich die Figuren im Verlauf der Handlung weiter?
  • Ist die Erzählperspektive sinnvoll eingesetzt und passt zum Erzählstil?
  • Kann die Vermarktung des Buches (mit Genre und Klappentext) die Erwartungen von Leser*innen erfüllen?

Im zweiten Durchgang wenden wir uns stilistischen Punkten zu, zum Beispiel:

  • Wortwiederholungen und Verwendung von Synonymen
  • Wortwahl und Ausdrucksweise der Figuren
  • Zeichensetzung (beispielsweise zu häufig gesetzte Auslassungspunkte)
  • Eigener Schreibstil
  • Zeitformen
  • Formulierungen (Alternative Vorschläge)

Während eines Lektorats verändert sich das Manuskript also erheblich, sodass ein Korrektorat erst dann sinnvoll ist, wenn der Text endgültig steht.

Kann ich spezielle Wünsche und Erwartungen für das Lektorat äußern?

Auf jeden Fall! Wenn du ein Probelektorat bei mir anfragst, werde ich immer nach deinen Erwartungen und Wünschen fragen. Hast du meine Arbeitsweise kennengelernt, kannst du auch kommunizieren, ob dir etwas daran nicht passt oder du dir etwas anders wünschen würdest. Alles ist nicht machbar, aber ich werde so gut wie möglich auf deine Vorstellungen eingehen.

Wie viel Zeit sollte ich für ein Lektorat oder Korrektorat einplanen?

Das hängt natürlich wesentlich vom Umfang deines Manuskripts ab. Allgemein lässt sich aber sagen, dass sich ein Korrektorat schneller bearbeiten lässt als ein Lektorat. Hier musst du nur die Verbesserungen einarbeiten. Bei einem Lektorat fallen zwei Durchgänge an (es sei denn, du hast dich für ein rein inhaltliches oder rein stilistisches Lektorat entschieden) und bei beiden ist die Einarbeitung und der Austausch auch entsprechend aufwendiger. Gerade Debütautor*innen benötigen etwas mehr Zeit, später hast du dich dann an die Arbeitsweise gewöhnt und baust Fehler, die zuvor bei einem Lektorat festgestellt worden sind, vielleicht nicht mehr so häufig in neue Werke ein.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass du dich rechtzeitig für ein Lektorat oder Korrektorat bei mir meldest, auch wenn es erst mal nur eine unverbindliche Anfrage ist. Kommen wir zusammen, kann ich dir nämlich einen Zeitraum reservieren und es entstehen keine unnötigen Wartezeiten. Momentan bin ich für etwa drei Monate im Voraus ausgebucht. Kleinere Projekte kann ich aber meist auch kurzfristig noch umsetzen, frag mich dazu gern an. Meine aktuellen Kapazitäten findest du auf der Seite Lektorat.

Wie läuft ein Lektorat ab?

Wie die Kontaktaufnahme und das Lektorat selbst ablaufen, findest du Schritt für Schritt erklärt unter Arbeitsweise.

Wie berechnet sich der Preis für ein Lektorat oder Korrektorat?

Meine Preise findest du hier. Ein Lektorat biete ich ab 4 Euro pro Normseite an, das Korrektorat ab 2 Euro pro Normseite. Weitere Leistungen sind dort ebenfalls aufgelistet. Dieser „ab“-Preis hängt vom Arbeitsaufwand ab, den ich mit deinem Manuskript haben werde. Ein äußerst fehlerbehaftetes Manuskript benötigt natürlich mehr Aufmerksamkeit und Zeit als eines, das bereits durch fünf Überarbeitungs- und Testleserrunden gegangen ist. Grundsätzlich versuche ich diesen Aufwand anhand des Probelektorats abzuschätzen. Stelle ich während der Auftragsbearbeitung doch einmal fest, dass viel mehr zu tun ist als anfänglich angenommen, bespreche ich das umgehend mit dir.

Da ich überwiegend mit Selfpublisher*innen arbeite und weiß, dass auch an anderer Stelle Kosten anfallen, die allein gestemmt werden müssen, bemühe ich mich stets um faire Preise. Auch wenn du dir finanziell eine Grenze setzen musst, finden wir einen Kompromiss.

Wenn ich dein Manuskript bereits lektoriert habe, bekommst du das Korrektorat außerdem vergünstigt.

Beispiel – 300 Seiten Manuskript mit normalem Arbeitsaufwand (bereits selbst intensiv überarbeitet):

300 Normseiten x 4 Euro = 1.200 Euro für das Lektorat + 300 Normseiten x 1 Euro = 300 Euro für das Endkorrektorat

Kann ich in Raten zahlen?

Ja, eine Ratenzahlung ist auf jeden Fall möglich! Die Konditionen legen wir gemeinsam bei der Auftragsabsprache fest.

Was ist eine Normseite?

Die Normseite dient als Hilfsmittel, um den Umfang von Texten einschätzen zu können. In der Formatierung kann es Unterschiede geben, jedoch besteht eine Normseite immer aus 30×60 Zeilen – also 30 Zeilen mit je 60 Anschlägen/ Zeichen pro Zeile. Dafür wird eine Schriftart verwendet, die einen proportionalen Zeilenabstand aufweist (jedes Zeichen nimmt denselben Platz ein), zum Beispiel Courier (New). Die Schriftgröße sollte auf 12pt eingestellt sein.

Um die Arbeit im Lektorat zu erleichtern, bietet sich außerdem ein breiterer Rand auf der rechten Seite für Anmerkungen sowie eine Zeilennummerierung (1-30) an, die auf jeder Seite neu beginnt. Wie du die Normseite einrichtest und Vorlagen für diese findest du beispielsweise auf literaturcafe.de.

Mit Hilfe der Normseite berechne ich in den meisten Fällen den Preis für ein Lektorat oder Korrektorat. Ein schneller Weg, um die Anzahl der Normseiten zu berechnen: die Gesamtzahl der Zeichen (inklusive Leerzeichen) durch den Wert 1.500 zu nehmen. Damit orientiere ich mich an der gängigen Berechnung, die nach VG Wort empfohlen wird.

Was ist ein Probelektorat?

Während ich den Arbeitsaufwand für das Manuskript abschätzen und auf dieser Grundlage einen Kostenvoranschlag erstellen kann, erhält der/die Autor*in einen Einblick in meine Arbeitsweise. So kann überprüft werden, ob das Lektorat den Erwartungen und Wünschen entspricht.

Ein Probelektorat lohnt sich insbesondere für umfangreiche Aufträge, umfasst in der Regel zehn Normseiten und wird auf Anfrage zeitnah erstellt.

Was kann ein Lektorat leisten?

Das alles KANN ein Lektorat leisten – was im Einzelnen besonders gefordert ist, muss individuell abgesprochen werden.

Ergeben die einzelnen Punkte untereinander Sinn? Verirrt sich der Plot zwischenzeitlich? Wirkt die Handlung authentisch und kann das Ende überzeugen?

Verhalten sie sich ihrem Charakter entsprechend? Wie wirken sie auf potentielle Leser*innen? Gibt es problematisches Verhalten?

Gibt es typische Schwächen und Fehler, die vermehrt auftauchen? Wo ist der rote Faden? Ist der Stil ansprechend und wo kann noch mehr herausgeholt werden?

Wo werden bestimmte Handlungspunkte oder inhaltliche Aspekte falsch oder unlogisch dargestellt?

Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion sowie eingeschränkt sprachliche Ausdrücke werden korrigiert.

Was ist mir als Lektorin darüber hinaus wichtig?

Zu diesen Punkten gebe ich so gut es geht Hinweise, kann aber natürlich kein Sensitivity Reading ersetzen.

Spiegelt sich die Diversität in angemessener Art und Weise innerhalb der Geschichte wider? Gibt es stereotypische oder klischeehafte Figuren? Werden rassistische oder auf eine andere Art und Weise diskriminierende Denkmuster reproduziert?

Wie werden problematische Begrifflichkeiten und Frames im Text übernommen?

Wie wird beispielsweise mit dem Thema Mental Health umgegangen? Gibt es toxische Tropes?

Was kann ein Lektorat nicht leisten?

Ein Lektorat wird den Text nicht komplett neu- oder umschreiben oder ihn komplett verfremden.

Wenn mir Sachen auffallen, korrigiere ich sie, der Schwerpunkt eines Lektorats liegt aber in anderen Punkten. Da der Text nach dem Lektorat sowieso überarbeitet wird, hätte eine komplette Fehlerbeseitigung ohnehin wenig Sinn.

Auch als Lektorin bin ich nur ein Mensch – und Menschen passieren Fehler. Ich versuche sie natürlich möglichst zu vermeiden, es besteht aber nie eine hunderprozentige Garantie, dass der Text nach einem Lektorat oder Korrektorat absolut fehlerfrei ist. Selbst in Büchern großer Verlage finden sich noch Fehler. Zudem sehe ich die Zusammenarbeit mit einem Autor oder einer Autorin als Kooperation an, nicht als Determination.

Mir ist es wichtig, auch die Punkte anzumerken, die besonders positiv hervorstechen. Szenen, die anschaulich beschrieben wurden, oder geniale Charakterentwürfe. Ein Lektorat besteht aber überwiegend aus konstruktiver Kritik. Für reine Lobessprüche ist es nicht gedacht.